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14.03.2006

 

Irak: Risse in der WaffenbrĂŒderschaft

von Ralph Kutza

Britische Medien berichteten in den vergangenen Tagen von zunehmenden Spannungen zwischen britischen und amerikanischen Besatzern im Irak.

Im Telegraph wurde ein britischer Security Contractor, so die euphemistische Umschreibung fĂŒr Söldner, zitiert, der ĂŒber seine amerikanischen Kollegen meinte, er „hasse diese Bastarde mehr als die Mistkerle von Rebellen.“

Erstaunlich klingt auch das Zitat eines hohen britischen Offiziers, eines Oberst, der nach seiner RĂŒckkehr von einer Fahrt durch den Irak meinte, er „wĂŒrde in unserem nĂ€chsten Krieg eher an der Seite der Russen kĂ€mpfen als an der der USA“.

Ein weiterer Security Contractor distanzierte sich dahingehend, daß „der amerikanische Weg  nicht seiner“ sei. Er sei davon ĂŒberzeugt, daß viele Amerikaner die Iraker haßten, nicht nur die AufstĂ€ndischen, sondern alle. Letzteres ist nachzulesen im neu erschienenen Buch „Highway to Hell“, das von einem ehemaligen sog. Elite-Soldaten der SAS-Einheiten (Special Air Services) unter dem Namen John Geddes herausgebracht wurde.

Am Wochenende wurde zudem bekannt, daß bereits zuvor ein anderer SAS-Soldat, Ben Griffin, den weiteren Kampfeinsatz im Irak verweigert und die Armee verlassen hatte. Er teilte nach dreimonatigem Einsatz in Bagdad seinem Kommandeur mit, er sei Zeuge „Dutzender illegaler Akte der US-Truppen“ gewesen, die alle Iraker als „Untermenschen “ betrachteten. Viele unschuldige Zivilisten wĂŒrden wĂ€hrend nĂ€chtlicher ÜberfĂ€lle verhaftet und durch amerikanische Soldaten befragt, im berĂŒchtigten GefĂ€ngnis von Abu Ghraib inhaftiert oder den irakischen Behörden ĂŒbergeben und „höchstwahrscheinlich“ gefoltert. An diesem „illegalen Krieg“ habe er nicht lĂ€nger teilnehmen können.

Mit diesem unter SAS-Soldaten einmaligen Schritt einer Kampfeinsatzverweigerung aus GewissensgrĂŒnden endete Griffins militĂ€rische Karriere nach insgesamt acht Jahren, davon zwei bei den SAS. Das britische Verteidigungsministerium lehnte jeden Kommentar ab.

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