31.03.2007

 


Elfter September, Verschwörungstheorien und die Rolle der BBC und des PNAC

 

Wie die einst so hochgelobte BBC ihre Zuschauer bezüglich 9/11 nachweislich zum besten hält und in die Irre führt

 

von Dr. Ralph Kutza

 

Am Sonntag, den 18. Februar 2007, strahlte die British Broadcasting Corporation (BBC) eine als Dokumentation aufgemachte einstündige Sendung mit Titel „9/11: The Conspiracy Files“ aus. Die BBC war zwar bemüht, den Eindruck zu erwecken, darin fair und ausgewogen den vielfältigen kursierenden „Verschwörungstheorien“ nachzugehen. Doch dieses Versprechen wurde nicht im geringsten gehalten. Es ließe sich zu jeder einzelnen von der BBC dargestellten „Verschwörungstheorie“ sehr vieles sagen bzw. entgegnen, doch sei aus Platzgründen in diesem Artikel nur auf einen einzigen Aspekt der Dokumentation näher eingegangen: Nämlich jenen der (angeblich) vorgewarnten Israelis am World Trade Center.

Es folgt zunächst mein Transkript der diesbezüglichen Passage der “Dokumentation”, dann meine Übersetzung ins Deutsche (Hervorhebungen hinzugefügt).

 

Mehrere wichtige Dinge fallen bei dieser Darstellung der BBC auf.

Die BBC räumt ein, daß die Quelle der „4.000 Israelis“ die Jerusalem Post war. Das ist immerhin sehr viel mehr als im August und September des Jahres 2003 in Deutschland der SPIEGEL, das ARD-Magazin PANORAMA oder Talkmasterin Sandra Maischberger einzuräumen bereit waren. Diese hatten erstens die israelische Herkunft der Zahl verschwiegen, dann in verfälschender Weise den Begriff „Israelis“ (wie es ursprünglich hieß) zu „Juden“ gemacht, und diese Verdrehung der Tatsachen und Abläufe schließlich dazu verwendet, um insbesondere den ehemaligen Bundesminister Andreas von Bülow zu verunglimpfen und mit einer maß- und schamlosen medialen Kampagne über ihn herzuziehen. Hierüber berichtete ich in einem Artikel von September 2003 ausführlich.
Soweit also ist die BBC wenigstens ehrlicher, die BBC-Erzählerin hätte aber ergänzend durchaus noch ausdrücklich neben der Jerusalem Post auch auf das israelische Außenministerium und das Armee-Radio als weitere Quellen der „4.000 Israelis“ hinweisen können.

Die BBC betont dann allerdings ausdrücklich, daß die Jerusalem Post zwar über diese 4.000 Menschen geschrieben, aber eben gerade nicht behauptet habe, daß sie tot oder vermißt seien. Die BBC hat für den Beitrag nach eigenem Bekunden sehr gründlich recherchiert oder erweckt  mit Sicherheit nach außen hin den Eindruck, als täte sie dies grundsätzlich bei Dokumentationen von erheblichem allgemeinen Interesse. Ein solches kann bezüglich des Elften September natürlich vorausgesetzt werden.

Diese Darstellung (wonach die 4.000 von israelischer Seite nie als „tot“ oder „vermißt“ dargestellt worden seien) ist enorm wichtig. Denn nur so kann der Sender Al-Manar, der der Hisbollah nahe steht, anschließend in ein umso schlechteres Licht gerückt werden.

Zur Untermauerung blendet die BBC in einer Schrägaufnahme einen Artikelausschnitt der Jerusalem Post ein. Hier steht etwas von 4.000 Israelis, und sogar der Begriff „Außenministerium in Jerusalem“ ist kurz zu lesen. Die Überschrift des Artikels ist allerdings nicht zu sehen. Man liest auf diesem kurzen Ausschnitt, den die BBC ausstrahlte, in der Tat nichts von „vermißt“ („missing“). Wäre ja auch noch schöner, wenn das dokumentierende Bildmaterial bei der doch so renommierten (ob berechtigt sei an dieser Stelle dahingestellt) BBC der parallel dazu erzählten Botschaft widerspräche.
 

WTC 4000 Israelis Foreign Ministry

Die Überschrift dieses Artikels der Jerusalem Post bleibt von der BBC ausgeblendet


Wie könnte die Überschrift dieses Artikels der Jerusalem Post gelautet haben?
Nun, darauf habe ich 2003 bereits hingewiesen. Auch darauf, daß die Webseiten mit den Online-Artikeln vom 12. September 2001 später vom Netz genommen oder gesperrt wurden (man sollte sich ruhig fragen warum). Weil es aber hier so wichtig ist, folgen nochmals zwei der Online-Artikel von damals:


Da steht doch glatt in der Überschrift - und dies straft die BBC Lügen -,  es seien “Tausende Israelis vermißt nahe WTC, Pentagon“!

Wem das noch nicht reicht, bitte schön, hier ist noch ein Artikel, der damals sogar noch 20 Minuten vor dem obigen publiziert worden war.


Auch hier steht „missing“, also „vermißt“, in der Überschrift und ist im Artikel selbst von „4000 Israelis“ die Rede.

Außerdem stellt die BBC es so dar, als sei die Wendung des Begriffs von 4.000 Israelis zu 4.000 Juden gleichsam eine Infamie seitens gewisser, mitunter antisemitischer Verschwörungstheoretiker. In Wirklichkeit war die ursprüngliche, nachweislich und unbestritten aus Israel stammende Begrifflichkeit der 4.000 vermißten “Israelis” eine unglaubwürdige Darstellung. Eine solche Zahl vermißter (vorwiegend amerikanischer) “Juden” wäre an 9/11 nicht gänzlich ungewöhnlich gewesen, aber eine derartige Größenordnung bei “Israelis” (israelischen Staatsangehörigen) eben schon. Das mußte auch der sie kolportierenden Jerusalem Post und dem israelischen Außenministerium bewußt sein. Doch die BBC stellt in ihrer Dokumentation diesen eigentlich sehr klaren Sachverhalt völlig auf den Kopf.


Soll man das also für seriöse Recherche und Ergebnisdarstellung der BBC halten?
Oder doch eher für eine dreiste Manipulation und bewußte Täuschung der Zuschauer?


Doch es kommt bei der Darstellung der „Verschwörungstheorie“ der „4.000“ noch wesentlich schlimmer. Die BBC beruft sich auf ihre Recherchen zur tatsächlichen jüdischen Opferzahl am WTC und sagte: Mindestens 119 Tote seien jüdisch gewesen, bei weiteren 72 sei dies wahrscheinlich, insgesamt demnach rund 200.

Begeben wir uns nun gedanklich über den Ärmelkanal zurück nach Deutschland. Als 2003 die massenmediale Kampagne gegen Andreas von Bülow entfesselt wurde, hielt Frau Maischberger ihm vor, es seien von „einer jüdischen Organisation in New York“ (welche verschwieg sie) „alleine 400 tote Juden ermittelt“ worden. Dabei hatte v.  Bülow ausdrücklich von „israelischen“ Opfern geschrieben und gesprochen, bewußt nicht von „jüdischen“, was er ihr auch entgegnete (letztlich gab übrigens das israelische Außenministerium die Namen von exakt fünf an 9/11 getöteten Israelis bekannt, also bezüglich WTC, Pentagon, Flugzeuge).

Der SPIEGEL schrieb bezüglich der Zahl getöter Juden „mindestens 400“, „wahrscheinlich mehr“, und zwar unter Bezugnahme auf Abraham Foxman von der jüdischen Anti-Defamation-League (ADL) in New York.

PANORAMA wiederum bezog sich ebenfalls auf Foxman und sprach von 400 bis 500 jüdischen Opfern.

Gemeinsame Untergrenze laut deutschen Medien bzw. Abraham Foxman also: 400.

Dreieinhalb Jahre später nennt die BBC eine gerade mal halb so hohe Anzahl, nämlich 200. Und gesichert seien sogar „nur“ 119. Auf die sehr viel höhere ADL- bzw. Foxman-Zahl wird in der Dokumentation mit keiner Silbe verwiesen. Hat die BBC die Zahl 119 frei erfunden? Oder hat sie damit Abraham Foxman bezichtigt, die Unwahrheit verkündet zu haben? Oder die deutschen Medien, die schließlich behauptet hatten, die Zahl von diesem zu haben? Oder hat man bei mehr als 200 Toten nachträglich festgestellt, sie seien gar nicht jüdisch gewesen, obwohl dies damals, immerhin zwei Jahre nach 9/11, als gesichert präsentiert worden war?

Was auch immer dahinter steckt: Das ganze Thema ist zwingend und unauflöslich mit dem Ruch der Unwahrhaftigkeit und der Vorspiegelung falscher Tatsachen auf Seiten des Westens und Israels verknüpft.

Wie sicher ist denn nun die BBC-Zahl von 119, wenn doch schon die Zahl „mindestens 400“, die offenbar nicht länger haltbar ist, den westlichen (jedenfalls den deutschen) Massenmedienkonsumenten um die Ohren gehauen worden war, um vermeintliche („durchgeknallte“ oder „rechtsextremistisch angehauchte“) „Verschwörungstheoretiker“ zu diskreditieren?


Nun könnte man sich natürlich zurücklehnen und dies als letztlich unerhebliche, nur von Wesentlicherem ablenkende Zahlenspielereien betrachten. Schließlich habe nichtsdestotrotz der libanesische Sender Al-Manar sein eigenes Propaganda-Süppchen daraus gekocht.

WTC 4000 Israelis Al-Manar

Al-Manar griff  “4.000 Israelis” korrekt auf, aber “WTC-Angestellte” war frei erfunden


Doch so einfach läßt sich diese Thematik sicherlich nicht vom Tisch wischen.

Es fällt schließlich noch mehr auf: Die BBC läßt in dieser als seriös und umfassend aufklärend „verkauften“ Dokumentation nämlich so manch Wichtiges völlig unerwähnt, was andere seriöse Medien bezüglich des Geschehens am Elften September durchaus nachweislich vermeldet hatten. Zugegeben geschah dies nur vereinzelt und nur sehr kurzzeitig, bevor sich dann ein Mantel des Schweigens in praktisch allen westlichen Mainstream-Medien über solche Themenschwerpunkte breitete. Etwa über diese beiden:

Die BBC-Dokumentation schweigt sich dazu aus, daß ODIGO, ein Instant-Messaging-Unternehmen mit unbestreitbar israelischem Hintergrund, (zumindest) einige seiner Mitarbeiter am Morgen des 11. September (und zwar zeitlich vor den WTC-Einschlägen) deutlich davor gewarnt hatte, sich auch nur in die Nähe des WTC zu begeben.

Unerwähnt bleibt auch, daß fünf Israelis, die für ein vorgebliches Umzugsunternehmen namens Urban MThreeOfFiveDancingIsraelisoving Systems tätig waren, am 11. September verhaftet worden waren, nachdem sie zuvor dabei beobachtet worden waren, wie sie mit einer hochwertigen Videokamera die brennenden WTC-Türme filmten und dazu jubelten und tanzten. Über mindestens einen Teil der fünf wurde bekannt gegeben, daß sie eigentlich Mossad-Mitarbeiter waren. Der Chef von Urban Moving Systems, Dominik Suter, verließ, als er von der Verhaftung erfuhr, fluchtartig die USA. Nach monaelanger Haft wurden die fünf Israelis klammheimlich ausgeflogen/abgeschoben. Drei der fünf traten später im israelischen Fernsehen auf und bekundeten dort, sie hätten den Auftrag gehabt, „das Ereignis zu dokumentieren“ [sic!]. Doch darüber äußern sich in den USA nur wenige 9/11-Aufklärer, wie z.B. Eric Hufschmid und Christopher Bollyn, die (deswegen?) inzwischen gleichsam als Geächtete gelten! Auch hierzulande herrscht diesbezüglich Schweigen im Walde.

In der BBC-Dokumentation kommen lediglich drei Menschen zu Wort, welche die hanebüchene offizielle Verschwörungstheorie, wonach hinter den Attacken an 9/11 Osama Bin Laden (OBL; oder mittlerweile auch der andere seitens der US-Regierung als Drahtzieher deklarierte Sündenbock KSM) und 19 angeblich rekrutierte Araber stünden, massiv anzweifeln: Prof. em. Jim Fetzer (“Scholars for 9/11 Truth”), Alex Jones (Prisonplanet.com) und Dylan Avery (“Loose-Change”-Hauptverantwortlicher).
Gemeinsam ist allen dreien, daß sie z.B. die Odigo- oder auch die Urban-Moving-Vorgänge zwar kennen, aber in ihren öffentlichen Darlegungen entweder von vornherein ausblenden (wie in „Loose Change“) oder massiv abschwächen (dies ist typisch für Alex Jones, wenn ihn Zuhörer seiner Radioshow darauf ansprechen und er diese Hintergründe bagatellisiert, relativiert, ungenau darstellt und dann rasch das Thema wechselt).

Jetzt kann man vielleicht, wie dies so manche linke „Vordenker“ und Buchautoren handhaben, darauf verweisen, vor allem sei bezüglich der 9/11-Hintergründe verdächtig und relevant, daß auf den Monat genau ein Jahr vor 9/11 die Neocon-Extremisten des PNAC (Project for the New American Century) ein katalysierendes Schrecknis wie ein „neues Pearl Harbor“ (also einen weiteren ungeheuerlichen, vorgeblichen  „Überraschungsangriff“ auf die USA) geradezu herbeischrieben und herbeisehnten, wenn nicht sogar dreist vorankündigten. Dies ist völlig richtig. Doch sei bezüglich der treibenden Kräfte des PNAC, die dann gleich nach 9/11 auch massiv auf den Krieg gegen den Irak drängten, auf den Artikel „White man´s burden“ von Ari Shavit in der israelischen, renommierten Tageszeitung Haaretz verwiesen. Er fängt mit einem wahrlich in den Ohren klingenden Paukenschlag an:

The war in Iraq was conceived by 25 neoconservative intellectuals, most of them Jewish, who are pushing President Bush to change the course of history.”

“Der Krieg im Irak wurde erdacht durch 25 neokonservative Intellektuelle, die meisten von ihnen jüdisch, die Präsident Bush drängen, den Lauf der Geschichte zu ändern.“

Und wie äußerte sich doch der frühere israelische Ministerpräsident Scharon ein gutes Vierteljahr vor Beginn des derzeitigen Kriegs der USA (sowie vor allem noch Großbritanniens) gegen den Irak laut dem NewsMax-Artikel „Sharon: Iran Next on War List“?

Nun, unmißverständlich und überdeutlich: „In einem Exklusivinterview mit der New York Post sagte Scharon, daß er – sobald man den Irak behandelt haben werde – dahingehend Druck machen werde, daß der Iran an die Spitze der ´To-do´-Liste rücke.

Unübersehbar befinden wir uns gegenwärtig genau in solch einer, vor Jahren angekündigten Situation, und zwar mit kräftiger Unterstützung der deutschen Kanzlerin, der EU und nahezu aller großen (Massen-)Medien!
Kritik an Israel? Aber nicht doch...
Von Widerstand gegen die atemberaubende Hetze und Kriegstreiberei gegen den Iran und allgemeiner gegen islamische Länder ist nur wenig zu spüren.